Bewerben und Praktika machen

Der Weg zum Traumjob für neurodiverse Personen, Teil 8

Der Übergang vom Nachdenken ins Handeln beginnt oft mit der simplen, aber wirkungsvollen Entscheidung: »Ich probiere es aus.«

Gerade wenn du noch nicht zu hundert Prozent weißt, wo du hinwillst, helfen reale Einblicke mehr als jede theoretische Überlegung. Bewerbungen und Praktika sind hierbei keine endgültigen Festlegungen – sie sind Experimentier­räume.

Ein guter Startpunkt ist dabei überraschend pragmatisch: Setze mindestens drei Einrichtungen auf deine Bewerbungsliste, bei denen du ein Praktikum machen möchtest. Warum drei? Weil Alternativen Druck herausnehmen. Wenn du dich nur auf eine Option fixierst, wird jede Absage existenziell. Mit mehreren Möglichkeiten bleibt Spielraum – und du bleibst handlungsfähig.

Doch fangen wir am Anfang an:

Auseinandersetzung mit den Berufen

Ganz am Anfang steht natürlich die Frage: »Was möchte ich machen?«
Idealerweise hast du dich dafür schon damit auseinandergesetzt, was deine persönlichen Interessen sind – wie in Kapitel 3, „Die richtigen Inhalte finden und wie du dein Ziel setzt“, beschrieben.

Solltest du dich noch nicht damit befasst haben, gehe an dieser Stelle in dich und frage dich gezielt: »Welche Themengebiete interessieren mich am meisten?«

Hierfür kannst du einen Blick in dein Bücherregal werfen und nachsehen, um welche Themen es bei dir immer geht. Oder du denkst darüber nach, worüber du am liebsten mit deinen Nahestehenden sprichst. Vielleicht hast du auch schon einmal von jemandes Job gehört und dir dabei gedacht: »Das würde ich auch mal gerne ausprobieren!« Oder mach es wie Diana und frage dein Umfeld: »In welchem Job seht ihr mich?«

Was immer es auch ist, wofür du dich begeistern kannst, nimm es ernst und überlege dir, welche Jobs es in diesem Bereich geben könnte. Frage dein Umfeld, welche Jobs sie in dem Bereich kennen, der dich interessiert, oder bemühe ausnahmsweise einmal ChatGPT, indem du nachfragst, welche Jobs es in deinen Interessengebieten gibt.

Erstelle dir eine Liste mit den verschiedenen Jobs, die sich für dich interessant anhören, und frage dich anschließend jeweils: »Was weiß ich über diesen Beruf?« und »Was davon basiert auf Annahmen?« Viele Berufsbilder klingen spannender – oder abschreckender – als sie im Alltag tatsächlich sind.

Informiere dich gezielt mithilfe von:

– Berufsprofilen auf Plattformen wie BERUFENET
– Erfahrungsberichten und Gesprächen mit Menschen, die dort arbeiten und
– Unternehmenswebseiten

Notiere dir im Anschluss alle relevanten Infos, die du finden konntest, und verschaffe dir einen groben Überblick über die verschiedenen Berufe. Dies kannst du zum Beispiel mithilfe von Microsoft Excel/Apple Numbers oder einer schriftlichen Übersicht machen.

Achte bei deiner Zusammenfassung besonders auf:

– die typischen, alltäglichen Aufgaben
– die Zielgruppe(n)
– das Arbeitsumfeld
– die Arbeitszeiten
– die Anforderungen
– die Entwicklungsmöglichkeiten und
– weitere für dich wichtige Informationen

Gerade wenn du neurodivers bist, ist es wichtig, nicht nur die Tätigkeiten zu betrachten, sondern auch die Struktur des Arbeitsalltags. Hierbei spielen die Reizbelastung, die klare Definition der Aufgaben und die Art und Weise der Kommunikation eine wichtige Rolle.

Nachfolgend kannst du die von dir gefundenen Jobs initial priorisieren – gehe hierfür bewusst in dich und werte die verschiedenen Variablen so aus, dass es sich für dich stimmig anfühlt.
Was ist für dich das Wichtigste? Dass der Job in deiner Wohnortnähe ist, oder dass du mit dieser einen bestimmten Zielgruppe arbeitest? Dass die Arbeitszeiten so gelegen sind, dass sie sich gut mit deinem Privatleben vereinen lassen, oder dass du viele Entwicklungsmöglichkeiten hast?
Je nachdem, was dich aus deiner ersten Infosammlung am meisten anspricht, kommt auf Platz 1 – alle darauffolgenden auf die Plätze danach.

Idealerweise hast du so nun eine Übersicht über die von dir gefundenen Top-Jobs, sortiert nach Attraktivität.

Passende Organisationen finden

Anschließend beschäftigst du dich mit der Frage: »Wie finde ich etwas Passendes?« Hintergrund dieser Frage ist es, herauszufinden, welche Organisationen überhaupt in dein Raster fallen – und welche nicht passen.

Hierbei ist es wichtig, zu überlegen, was die höchste Priorität hat. Ist es z.B. die Nähe zum Wohnort, mach dich insbesondere in deinem regionalen Umfeld auf die Suche nach Stellen.

Mögliche Wege sind:

– Social Media (z.B. Instagram)
– Jobbörsen (z.B. LinkedIn oder XING)
Kununu
– Unternehmenswebseiten
– Bildungs-, Karriere- und Jobmessen
– Beratungs- und Netzwerkveranstaltungen
– Aushänge in Schulen, Universitäten oder öffentlichen Einrichtungen
– Lokale Zeitungen und
– Empfehlungen aus deinem persönlichen Umfeld

Erstelle dir daraufhin eine Bewerbungsliste für deine potenziellen Praktika – ganz konkret und schriftlich.

Spalten könnten sein:

– Unternehmen
– Ansprechpartner/in
– Kontakt (z.B. Telefonnummer und E-Mail-Adresse)
– Status (Bewerbung zu versenden / Bewerbung abgeschickt / Einladung zum Vorstellungsgespräch erhalten / Absage erhalten)

Wichtig ist hierbei zu erwähnen, dass du nicht nur Stellen suchen musst, die explizit für Praktikant/innen ausgeschrieben sind. Viele Unternehmen suchen Mitarbeitende auf Festanstellung und haben mögliche Praktikumsplätze gar nicht ausgeschrieben.
Meiner Erfahrung – aus meiner beruflichen Reha – ist es in vier von vier Fällen so gewesen, dass kein Praktikumsplatz ausgeschrieben war und ich trotzdem einen erhalten habe.

Plane, dich also überall dort zu bewerben, wo es sich für dich richtig anfühlt, nach einem Praktikum zu fragen – eben weil du Motivation mitbringst, den Job kennenzulernen.

Diese Tatsache scheint für viele Organisationen wichtiger zu sein, als den formellen Weg zu gehen und nur Bewerbungen anzunehmen, die sich auf tatsächlich ausgeschriebene Stellen beziehen. Denn seien wir mal ehrlich: Von einem Praktikum aus ist es nicht weit, um potenziell bald als Mitarbeitende/r eingestellt zu werden. Manchmal fehlt nur noch die Ausbildung oder das Studium, um Teil des Teams zu werden – und was machen schon drei Jahre aus, wenn man den Job gefunden hat, in dem man jahrelang arbeiten will?

Vorbereitung aufs Vorstellungsgespräch

Bevor du dich bewirbst, bereite dich auf jedes potenzielle Kennenlerngespräch vor. Hierfür solltest du einige Informationen zusammentragen, auf die du bei einem Anruf bzw. in einem Anschreiben zurückgreifen kannst:

– Informationen über die Organisation (z.B. über die Unternehmenswebsite) inkl. der Werte und der Unternehmensphilosophie
– Informationen über deine/n Ansprechpartner/in (z.B. über LinkedIn oder XING), um einen Einblick darüber zu haben, mit wem du in Kontakt getreten bist
– deine Bewerbungsmotivation, sodass logisch nachvollziehbar verstanden werden kann, wo du heute stehst
– deine Zukunftsperspektive (auch, wenn sie noch vage ist), damit deinem Gegenüber klar wird, was dein Ziel des Praktikums ist
– deine Stärken notieren, damit du gut eingesetzt werden kannst
– deine Schwächen und deren Lösungsstrategien, damit dein Gegenüber weiß, worauf bei dir geachtet werden sollte
– die Praktikumsdauer (z.B. vier bis sechs Wochen), um sich über die Zeit einig werden zu können

Achte bei diesen Punkten jeweils darauf, dass du berufsrelevant antwortest. Trage daher zusammen, was aus der Sicht als Mitarbeiter/in der Organisation wichtig ist.

Wenn du dich zum Beispiel für eine Praktikumsstelle im Tätigkeitsfeld als Erzieher/in bewirbst, ist die Stärke „hohe Empathie“ bedeutungsvoller als deine EDV-Kenntnisse, die natürlich dennoch genannt werden dürfen – nur eben nicht an erster Stelle.
Solltest du, im gleichen Beispiel, die Schwäche haben: »Ich frage nach, wenn ich noch etwas erledigen kann, da ich ungerne Leerlauf habe«, versteht dein Gegenüber den Kern deiner Aussage, ohne dass du plump sagst: »Mir wird schnell langweilig.«

Neben dem ist wichtig, dass du dir über deine ehemaligen Stationen im Lebenslauf im Klaren bist. Es ist nicht nur wichtig, dass du sagen kannst: »Was habe ich gemacht?«, sondern auch, dass du beantworten kannst: »Wieso habe ich das gemacht?«, »Was habe ich gelernt?« und »Was sagt das über mich aus?« – diese Fragen beantworten zu können, spielt eine große Rolle für die Personen, die dich potenziell einstellen.

Übe ein solches Gespräch im Zweifel mit Nahestehenden und versuche verschiedene Formulierungen, bis sich das Gespräch „rund“ anfühlt. Dein Lebenslauf ist dann keine bloße Aufzählung von Stationen, sondern eine strukturierte Erzählung, in der du die Passung zwischen deiner Person und der Organisation in den Vordergrund rückst.

Zusammengefasst wirst du mithilfe dieser Vorbereitung gut beantworten können, wo du dich selbst in dem von dir gewählten Arbeitsumfeld sehen kannst und was du mitbringst. Dies beantworten zu können, ist für ein erstes Telefonat oder ein Anschreiben ausschlaggebend, da auf Basis dessen entschieden werden kann, ob du für ein Praktikum (bzw. eine darauffolgende Tätigkeit im Rahmen einer Ausbildung/eines Studiums oder einer Anstellung) geeignet bist.

Das Anschreiben verfassen

Ein Anschreiben für eine Praktikumsstelle erfüllt eine klare Aufgabe: Es verbindet die Informationen aus deinem Lebenslauf mit deiner persönlichen Motivation. Während der Lebenslauf hauptsächlich Stationen und Fakten zeigt, erklärt das Anschreiben, warum du dich für genau dieses Praktikum interessierst, welche Fähigkeiten du bereits mitbringst, wer du als Person bist und welchen Beitrag du im Praktikum leisten möchtest.

Ein gutes Anschreiben greift somit die vier zentralen Elemente auf: Motivation, fachliche Kenntnisse, Persönlichkeit und Mehrwert für die Organisation.

Zunächst geht es um deine Motivation. Unternehmen möchten verstehen, warum du dich ausgerechnet für dieses Praktikum bewirbst. Vielleicht interessiert dich der Beruf schon länger, vielleicht bist du im Unterricht oder auf einer Messe darauf aufmerksam geworden, oder du möchtest herausfinden, ob dieser Arbeitsbereich zu dir passt. Es geht dabei nicht darum, einen vollkommen festen Berufswunsch zu präsentieren. Viel wichtiger ist, zu zeigen, dass du dich bewusst mit dem Praktikum auseinandergesetzt hast und echtes Interesse mitbringst.

Darauf aufbauend kannst du deine fachlichen Kenntnisse oder ersten Erfahrungen beschreiben. Bei einer Praktikumsbewerbung erwartet niemand umfangreiche Berufserfahrung. Trotzdem hast du wahrscheinlich bereits Fähigkeiten gesammelt, die relevant sein können – zum Beispiel durch Schulprojekte, Nebenjobs, Hobbys, Vereinsarbeit oder frühere Praktika. Entscheidend ist nicht die Menge der Erfahrungen, sondern dass du zeigen kannst, wie sie zu dem Bereich passen, in den du Einblick gewinnen möchtest.

Ein weiterer Bestandteil ist deine Persönlichkeit. Praktika bedeuten für Betriebe immer auch Zeit und Betreuung. Deshalb möchten Unternehmen einschätzen können, mit welcher Haltung du an neue Aufgaben herangehst. Eigenschaften wie Zuverlässigkeit, Lernbereitschaft, Teamfähigkeit oder Neugier sind dabei besonders wichtig. Im Anschreiben kannst du solche Stärken kurz benennen, indem du sie an einem kleinen Beispiel greifbar machst.

Schließlich sollte dein Anschreiben auch den Mehrwert für die Organisation deutlich machen. Auch wenn du als Praktikant/in vor allem lernen möchtest, bringst du gleichzeitig etwas mit: Engagement, frische Perspektiven, Interesse und die Bereitschaft, dich aktiv einzubringen. Ein Praktikum ist daher keine einseitige Situation, sondern ein gegenseitiger Austausch.

Wenn diese vier Elemente klar und nachvollziehbar dargestellt sind, erfüllt das Anschreiben seinen Zweck: Es vermittelt einen ersten Eindruck davon, wer du bist, warum du dich bewirbst und weshalb es sich für den Betrieb lohnt, dir einen Praktikumsplatz anzubieten.

Solltest du mehr zum Thema Anschreiben verfassen wissen wollen, kannst du dir dieses Video auf YouTube ansehen.

Den Lebenslauf gestalten

Der Lebenslauf ist ein zentraler Bestandteil jeder Bewerbung – auch bei einer Praktikumsstelle. Während das Anschreiben erklärt, warum du dich für ein Praktikum interessierst, zeigt der Lebenslauf, wer du bist, was du bisher gemacht hast und welche Erfahrungen du bereits mitbringst. Für Organisationen ist er eine schnelle Übersicht über deinen bisherigen Weg.

Gerade bei Schüler/innen oder Personen am Anfang ihres Berufswegs ist ein Lebenslauf noch nicht lang – und das ist völlig normal. Auch, wenn du den Job wechseln willst, erwartet niemand eine umfangreiche Karriere als Voraussetzung. Viel wichtiger ist, dass der Lebenslauf klar, übersichtlich und ehrlich zeigt, wo du gerade stehst.

Ein Lebenslauf ist meist tabellarisch aufgebaut, damit Personalverantwortliche die wichtigsten Informationen schnell erfassen können.

Typischerweise beginnt er mit den persönlichen Daten: Name, Geburtsdatum, Wohnort und Kontaktmöglichkeiten, wie Telefonnummer und E-Mail-Adresse.

Darauf folgt der Abschnitt Schulbildung und/oder Ausbildung. Hier wird aufgeführt, welche Schule du besuchst oder besucht hast und welcher Abschluss angestrebt oder bereits erreicht wurde. Die aktuellste Station steht dabei immer oben.

Anschließend sollten praktische Erfahrungen genannt werden. Dazu gehören insbesondere frühere Praktika, Nebenjobs, freiwillige Tätigkeiten, Engagement in Vereinen oder besondere Projekte aus Schule oder Ausbildung. Auch wenn diese Erfahrungen auf den ersten Blick klein wirken, zeigen sie etwas Wichtiges: Dass du Verantwortung übernimmst, Interessen entwickelst und bereit bist, Neues auszuprobieren. Achte hierbei darauf, dass dein Lebenslauf lückenlos ist. Solltest du etwa ein Gap Year gemacht haben, weise ebenjenes auch als dieses aus, oder nenne die Zeit, in der du in einer Klinik warst, „Gesundheit und Wohlbefinden“. Wenn du hingegen eine Lücke hast, in der du weder schulisch noch beruflich aktiv gewesen bist, trage „Berufliche Auszeit“ in deinen Lebenslauf ein.

Ein weiterer Abschnitt sollte Kenntnisse und Fähigkeiten enthalten. Dazu zählen unter anderem Fremdsprachen, spezielle Computerkenntnisse oder besondere praktische Fähigkeiten. Auch hier gilt: Authentizität ist wichtiger als beeindrucken zu wollen.

Am Ende ergänzen viele Lebensläufe noch Hobbys und Interessen. Dieser Teil ist freiwillig, kann aber helfen, ein persönlicheres Bild zu vermitteln. Sie sind neben dem einwandfreie Icebreaker, um das Vorstellungsgespräch zu eröffnen, und passen im Idealfall zu der Stelle, auf die du dich bewirbst.

Insgesamt erfüllt der Lebenslauf eine klare Aufgabe: Er gibt einen kompakten Überblick über deinen bisherigen Weg. Er muss nicht perfekt oder außergewöhnlich sein. Wichtig ist vorrangig, dass er übersichtlich strukturiert, aktuell und nachvollziehbar ist. Denn auch bei einem Praktikum gilt: Der Lebenslauf ist oft der erste Eindruck, den eine Organisation von dir bekommt.

Solltest du dabei Hilfe benötigen, deinen Lebenslauf zu gestalten, kann ich dir empfehlen, dass du dich auf YouTube informierst. Hier kannst du dich informieren, wie man einen Lebenslauf richtig gestaltet und was nicht in den Lebenslauf hineingehört. In diesem Video kannst du zudem typische Fehler beim Verfassen eines Lebenslaufs sehen und, wie ein hervorragend verfasster aussieht.

Telefonisch Kontakt aufnehmen und Unterlagen zusenden

Wir erinnern uns an die Bewerbungsliste, in der du ihre Ansprechpartner/innen aufgelistet hast. Diese nutzt du in diesem Schritt, um den ersten Kontakt aufzubauen und zu erfragen, bei wem du dich konkret bewerben kannst. Frage hierfür nach, wer die/der richtige Ansprechpartner/in ist und ob du ihre/seine E-Mail-Adresse haben kannst, um dich für ein Praktikum zu bewerben.

Deinen Lebenslauf und dein Anschreiben hängst du nachfolgend in einer E-Mail an die/den richtige/n Ansprechpartner/in an und merkst in deiner Liste an, dass du dich beworben hast.
Als Vorlage für die E-Mail kannst du folgenden Text nutzen:

Guten Tag [Frau/Herr …],

hiermit bewerbe ich mich für eine Praktikumsstelle als [Tätigkeitsbezeichnung] in der/bei [Organisationsname].

Im Anhang dieser E-Mail finden Sie mein Anschreiben sowie meinen Lebenslauf mit weiteren Informationen zu meiner Motivation und meinem bisherigen Werdegang.

Über die Möglichkeit, Ihr Team kennenzulernen und praktische Einblicke in den Arbeitsbereich als [Tätigkeitsbezeichnung] zu erhalten, würde ich  mich sehr freuen.

Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne jederzeit zur Verfügung.

Freundliche Grüße
[Vorname Name]

Das Vorstellungsgespräch

Nachdem du deine Bewerbung verschickt hast, kann der nächste Schritt folgen – das Vorstellungsgespräch. Für viele Menschen ist dieser Moment mit Nervosität verbunden. Das ist vollkommen normal. Wichtig ist jedoch zu verstehen, was ein Vorstellungsgespräch eigentlich ist und wofür es geführt wird.

Ein Vorstellungsgespräch dient beiden Seiten dazu, sich kennenzulernen. Der Betrieb möchte herausfinden, wer du bist, wie du denkst und mit welcher Haltung du an ein Praktikum herangehst. Deine Bewerbungsunterlagen geben bereits einen ersten Überblick über deinen bisherigen Weg, aber sie können nicht zeigen, wie du dich im Gespräch ausdrückst, welche Fragen du stellst oder wie du auf neue Situationen reagierst.

Gleichzeitig ist das Gespräch auch für dich eine wichtige Gelegenheit. Du kannst prüfen, ob der Betrieb zu dir passt: Wie wirkt die Atmosphäre? Wie gehen die Mitarbeitenden miteinander um? Werden deine Fragen ernst genommen?
Ein Praktikum ist kein einseitiger Prozess – auch du findest dadurch heraus, ob dieser Ort stimmig für dich ist.

Damit das Gespräch gut verläuft, hilft es, sich im Vorfeld vorzubereiten. Überlege dir zunächst, welche Punkte aus deiner Bewerbung besonders wichtig sind. Häufige Fragen drehen sich um Themen wie:

– Warum interessiert dich dieses Praktikum?
– Was möchtest du während des Praktikums lernen?
– Welche Erfahrungen hast du bisher gesammelt?
– Was sind deine Stärken?
– Welche Herausforderungen fallen dir manchmal schwer?

Versuche dabei nicht, perfekte Antworten zu formulieren. Viel wichtiger ist, dass deine Antworten authentisch und nachvollziehbar formuliert sind. Unternehmen erwarten bei Praktikant/innen keine ausgefeilten Karrierestrategien. Sie möchten vor allem sehen, dass du Interesse mitbringst und bereit bist, Neues zu lernen.

Ebenso sinnvoll ist es, sich selbst einige Fragen zu notieren, die du im Gespräch stellen möchtest. Zum Beispiel:

– Wie sieht ein typischer Arbeitstag im Praktikum aus?
– Welche Aufgaben könnten auf mich zukommen?
– Wer ist meine Ansprechperson während des Praktikums?
– Gibt es bestimmte Dinge, auf die ich mich vorab vorbereiten sollte?

Solche Fragen zeigen, dass du dich ernsthaft mit dem Praktikum beschäftigst.

Auch organisatorisch kannst du dich vorbereiten. Informiere dich über den genauen Ort des Gesprächs, plane genug Zeit für den Weg ein und wähle Kleidung, in der du dich wohlfühlst und die zum Arbeitsumfeld passt. Ein Praktikumsgespräch verlangt nicht immer eine perfekte Businesskleidung – ein gepflegter und respektvoller Eindruck reicht vollkommen aus.

Und noch ein wichtiger Punkt: Nervosität gehört dazu. Viele Menschen sind vor einem Vorstellungsgespräch aufgeregt, selbst nach Jahren im Berufsleben. Eine kurze Denkpause oder ein leicht unsicherer Moment sind kein Problem. Im Gegenteil: Sie zeigen meist nur, dass dir das Gespräch wichtig ist.

Wenn du dich vorbereitest, authentisch antwortest und in einem angemessenen Maß offen bist, erfüllst du bereits den wichtigsten Zweck eines Vorstellungsgesprächs: Du gibst deinem Gegenüber die Möglichkeit, dich als Person kennenzulernen.

Solltest du weitere Infos für ein gutes Vorstellungsgespräch suchen, kann ich dir dieses Video empfehlen. In diesem wird ausführlich besprochen, wie ein Vorstellungsgespräch geführt wird – mit No-Gos, die zu vermeiden sind, und konkreten Empfehlungen.

Das Praktikum beginnt

Wenn du eine Zusage für dein Praktikum erhältst, beginnt ein neuer Abschnitt: Der Einstieg in den Arbeitsalltag. Gerade die ersten Tage können sich ungewohnt anfühlen. Neue Menschen, neue Räume und neue Abläufe sorgen oft dafür, dass man sich zunächst orientieren muss. Diese Phase ist ebenfalls vollkommen normal.

Der wichtigste Schritt am Anfang eines Praktikums ist deshalb das Beobachten und Verstehen. Versuche zunächst, einen Überblick über die Strukturen im Betrieb zu bekommen. Wer arbeitet in welchem Bereich? Wie werden Aufgaben verteilt? Wann finden Besprechungen oder Pausen statt? Viele dieser Dinge erschließen sich erst nach einigen Tagen.

Parallel dazu ist es hilfreich, offen Fragen zu stellen. Praktikant/innen sind im Betrieb, um zu lernen. Niemand erwartet, dass du sofort alles weißt oder jede Aufgabe direkt perfekt erledigst. Wenn dir etwas unklar ist, frage nach. Das zeigt Interesse und verhindert Missverständnisse.

Eine weitere hilfreiche Strategie ist es, wichtige Informationen zu notieren. Gerade in den ersten Tagen erhältst du viele neue Eindrücke und Anweisungen. Notizen helfen dir, Aufgaben später besser nachzuvollziehen, und geben dir Sicherheit im Arbeitsalltag.

Auch dein Verhalten im Team spielt eine Rolle. Versuche, aufmerksam zuzuhören, zuverlässig zu arbeiten und respektvoll mit den Mitarbeitenden umzugehen. Gleichzeitig darfst du neugierig sein: Frage nach Abläufen, bitte um Einblicke in verschiedene Tätigkeiten oder erkundige dich, wie bestimmte Entscheidungen zustande kommen.

Für neurodiverse Personen kann der Beginn eines Praktikums zusätzliche Herausforderungen mit sich bringen. Neue Umgebungen, ungewohnte Geräusche, viele soziale Eindrücke oder unklare Abläufe können anstrengend sein. Gerade deshalb ist es hilfreich, bewusst Strategien zu nutzen, die dir Orientierung geben.

Dazu gehört zum Beispiel:

– Aufgaben schriftlich festhalten
– bei Unklarheiten konkrete Rückfragen stellen
– größere Aufgaben in kleinere Schritte unterteilen
– regelmäßig kurze Pausen einplanen, um Eindrücke zu verarbeiten

Auch klare Kommunikation kann helfen. Wenn bestimmte Arbeitsweisen für dich besonders reibungslos funktionieren, darfst du das ansprechen. Viele Betriebe reagieren positiv, wenn Praktikant/innen transparent sagen, wie sie am besten arbeiten können.

Wichtig ist außerdem, geduldig mit dir selbst zu sein. In einem neuen Umfeld benötigt jeder Mensch Zeit, um sich zurechtzufinden. Ein Praktikum ist kein Leistungstest, sondern eine Lernphase. Du bist dort, um Erfahrungen zu sammeln, Fragen zu stellen und herauszufinden, ob dieser Arbeitsbereich zu dir passt.

Genau darin liegt der eigentliche Wert des Praktikums: Es gibt dir die Möglichkeit, einen Beruf nicht nur theoretisch zu betrachten, sondern ihn für eine Zeit im Alltag zu erleben.

Die Praktikumsreflexion

Ein Praktikum endet nicht mit dem letzten Arbeitstag – ein wichtiger Teil passiert währenddessen und danach: Die Reflexion. Sie hilft dir dabei, aus den gesammelten Erfahrungen echte Erkenntnisse zu gewinnen. Deshalb lohnt es sich, während des Praktikums regelmäßig innezuhalten und darüber nachzudenken, wie du die einzelnen Tage erlebt hast. Nimm dir am besten mehrmals pro Woche ein paar Minuten Zeit und frage dich bewusst: 

– Welche Tätigkeiten haben mir heute gefallen?
– Was hat mir Energie gegeben?
– Was war schwierig oder anstrengend?

Gerade diese Gegenüberstellung ist besonders wertvoll, weil sie dir zeigt, welche Aspekte eines Berufs zu dir passen – und welche eher nicht.

Notiere dir deine Eindrücke möglichst konkret. Das können kurze Stichpunkte sein: Aufgaben, die dir Freude gemacht haben, Situationen, in denen du dich wohlgefühlt hast, oder Momente, die dich gestresst oder überfordert haben. Auch Beobachtungen zum Arbeitsumfeld können hilfreich sein: 

– Wie war die Atmosphäre im Team?
– Wie klar waren Aufgaben formuliert?
– Wie war das Arbeitstempo?

Wenn du diese Eindrücke in deiner Bewerbungsliste oder anderweitig notiert sammelst, hast du später eine wertvolle Übersicht über deine Erfahrungen.

Am Ende des Praktikums kann es außerdem hilfreich sein, eine bewusste Gesamtbewertung vorzunehmen. Du könntest dem Praktikum zum Beispiel eine Schulnote von 1 bis 6 geben oder – ähnlich wie bei Onlinebewertungen – eine Bewertung von 1 bis 5 Sternen. Diese Bewertung ist natürlich subjektiv, aber sie zwingt dich dazu, deine Eindrücke zu bündeln:

– Würdest du in diesem Bereich gerne weiterarbeiten?
– War das Umfeld angenehm?
– Kannst du dir vorstellen, dort länger tätig zu sein?

Dabei ist es wichtig, sich eine Sache klarzumachen: Nicht jedes Praktikum muss perfekt passen. Manchmal stellst du gerade durch ein Praktikum fest, dass ein bestimmtes Arbeitsfeld nicht zu dir passt. Das ist kein Misserfolg – im Gegenteil. Auch diese Erkenntnis ist äußerst wertvoll, weil sie dir hilft, deinen weiteren Weg klarer zu gestalten. Berufliche Orientierung funktioniert oft über das Ausschließen dessen, was nicht zu dir passt.

Sehr hilfreich können in dieser Phase auch Gespräche mit anderen sein. Tausche dich mit Freundinnen und Freunden, Mitschülerinnen und Mitschülern oder Kolleginnen und Kollegen aus, die ebenfalls Praktika machen oder bereits gemacht haben. Solche Gespräche sind oft überraschend aufschlussreich: Man merkt, dass viele ähnliche Fragen oder Unsicherheiten haben, und bekommt gleichzeitig neue Perspektiven auf verschiedene Arbeitsfelder. Menschen, die diese Phase bereits hinter sich haben, können zudem wertvolle Tipps geben, worauf sie im Nachhinein besonders achten würden.

Eine weitere hilfreiche Methode ist es, dir am Ende einige zentrale Fragen zu stellen:

– Würde ich diesen Beruf grundsätzlich noch einmal ausprobieren wollen?
– Welche Tätigkeiten haben mir am meisten Freude gemacht?
– Welche Rahmenbedingungen waren für mich besonders angenehm oder besonders schwierig?
– Was habe ich über meine eigenen Stärken gelernt?
– Welche Art von Arbeitsumfeld scheint gut zu mir zu passen?

Die Antworten auf solche Fragen geben dir allmählich ein klareres Bild davon, welche Richtung für dich stimmig sein könnte. Vielleicht entdeckst du dabei auch Muster: Dass du gerne mit Menschen arbeitest, lieber strukturierte Aufgaben hast, eine ruhige Umgebung benötigst oder besonders motiviert bist, wenn du kreativ arbeiten kannst.

Genau darin liegt der eigentliche Wert der Praktikumsreflexion. Sie verwandelt einzelne Erfahrungen in Orientierung. Je bewusster du dir Zeit nimmst, deine Eindrücke festzuhalten und zu durchdenken, desto leichter wird es dir fallen, deine nächsten Schritte zu planen – sei es ein weiteres Praktikum, eine Ausbildung, ein Studium oder eine ganz neue Idee.

Was du dir aus diesem Kapitel ableiten kannst

Finde die passenden Berufszweige.
Am Anfang der Praktikumssuche steht eine einfache, aber zentrale Frage: »Welche Themen interessieren mich wirklich?«

Überlege dir zunächst, womit du dich gerne beschäftigst – zum Beispiel durch Bücher, Gespräche oder Tätigkeiten, die dich schon länger neugierig machen. Suche anschließend gezielt nach Berufen in diesen Themenfeldern, etwa über Gespräche mit deinem Umfeld oder über Informationsplattformen wie BERUFENET.

Erstelle dir danach eine Liste mit möglichen Berufen und informiere dich zu jedem kurz über typische Aufgaben, Arbeitsumfeld, Anforderungen und Entwicklungsmöglichkeiten. Wichtig ist dabei, Annahmen von tatsächlichen Informationen zu unterscheiden.

Am Ende solltest du deine gefundenen Berufe nach persönlicher Passung priorisieren, sodass eine kleine Liste deiner aktuell interessantesten Optionen entsteht.

Finde die passenden Organisationen.
Nachdem du mögliche Berufe identifiziert hast, stellt sich die nächste Frage: »Wo finde ich passende Organisationen für ein Praktikum?«

Überlege dir, welche Kriterien für dich besonders wichtig sind – zum Beispiel die Nähe zum Wohnort, ein bestimmtes Arbeitsfeld oder eine spezielle Zielgruppe. Suche anschließend gezielt nach Organisationen, die zu diesen Kriterien passen, etwa über Social Media, Jobplattformen, Bewertungsseiten wie Kununu, Unternehmenswebseiten, lokale Veranstaltungen oder Empfehlungen aus deinem Umfeld.

Halte deine potenziellen Praktikumsstellen in einer übersichtlichen Bewerbungsliste fest – zum Beispiel mit den Spalten „Unternehmen“, „Ansprechpartner/in“, „Kontakt“ und „Bewerbungsstatus“.

Wichtig: Beschränke dich nicht nur auf ausgeschriebene Praktikumsstellen. Viele Organisationen vergeben Praktika auch auf direkte Anfrage. Initiative zu zeigen und aktiv nachzufragen, erhöht deine Chancen oft deutlich.

Bereite dich auf das persönliche Kennenlernen vor.
Bevor du dich bewirbst oder telefonisch Kontakt aufnimmst, lohnt es sich, ein mögliches Kennenlerngespräch kurz vorzubereiten.

Informiere dich zunächst über die Organisation – etwa über ihre Website – und verschaffe dir einen Eindruck von ihren Werten, Arbeitsfeldern und Zielen. Wenn möglich, wirf auch einen Blick auf deine Ansprechperson, zum Beispiel über Plattformen wie LinkedIn oder XING.

Überlege dir außerdem, wie du deine Motivation für das Praktikum erklärst, welche Stärken du mitbringst, welche Herausforderungen dir manchmal begegnen und was du während des Praktikums lernen möchtest. Wichtig ist dabei, immer aus der Perspektive des Arbeitsfeldes zu denken: Welche Fähigkeiten sind für diesen Beruf wirklich relevant?

Gleichzeitig solltest du deine bisherigen Stationen so erklären können, dass klar wird, was du gemacht hast, warum du es gemacht hast und was du daraus gelernt hast.

Wenn du diese Punkte vorbereitest – und das Gespräch vielleicht einmal mit vertrauten Personen übst – kannst du deine Motivation und deine Passung zum Praktikum deutlich und nachvollziehbar vermitteln.

Verfasse je Bewerbung ein qualitativ hochwertiges Anschreiben und deinen Lebenslauf.
Für eine Praktikumsbewerbung benötigst du in der Regel zwei zentrale Unterlagen: Ein Anschreiben und einen Lebenslauf.

Das Anschreiben erklärt deine Motivation und stellt den Zusammenhang zwischen dir und der Organisation her. Ein gutes greift vier Kernpunkte auf: Warum dich das Praktikum interessiert (Motivation), welche relevanten Erfahrungen oder Kenntnisse du bereits mitbringst, welche persönlichen Eigenschaften dich auszeichnen und welchen Mehrwert du für die Organisation bieten kannst – etwa durch Engagement, Lernbereitschaft oder neue Perspektiven.

Der Lebenslauf ergänzt diese Informationen durch eine klare, tabellarische Übersicht über deinen bisherigen Weg. Er enthält in der Regel persönliche Daten, deine Schul- oder Ausbildungslaufbahn, praktische Erfahrungen wie Praktika oder Nebenjobs sowie relevante Kenntnisse und Fähigkeiten. Wichtig ist dabei weniger die Länge als die Übersichtlichkeit: Der Lebenslauf sollte aktuell, nachvollziehbar und lückenlos sein.

Gemeinsam erfüllen Anschreiben und Lebenslauf somit eine einfache Aufgabe – sie geben einer Organisation einen schnellen, verständlichen Eindruck davon, wer du bist, was du bisher gemacht hast und warum du dieses Praktikum machen möchtest.

Nimm proaktiv Kontakt auf und sprich die richtige Person mit deinen Unterlagen an.
Sobald deine Unterlagen vorbereitet sind, geht es darum, den ersten Kontakt zur Organisation aufzunehmen.

Nutze hierfür deine Bewerbungsliste und finde heraus, wer die richtige Ansprechperson für Praktikumsbewerbungen ist – etwa durch einen kurzen Anruf oder über die Unternehmenswebsite.

Anschließend sendest du eine kurze, formelle E-Mail an diese Person und fügst dein Anschreiben sowie deinen Lebenslauf als Anhang hinzu. Die E-Mail selbst sollte knapp und freundlich formuliert sein und deutlich machen, für welche Praktikumsstelle du dich interessierst.

Notiere dir danach in deiner Bewerbungsliste, dass du die Bewerbung verschickt hast. So behältst du den Überblick über deine Bewerbungen und kannst den weiteren Verlauf – etwa Einladungen oder Rückmeldungen – systematisch verfolgen.

Bereite dich auf die Vorstellungsgespräche vor.
Nach dem Versenden deiner Bewerbung folgt häufig das Vorstellungsgespräch. Sein Zweck ist einfach: Beide Seiten lernen sich persönlich kennen. Der Betrieb möchte verstehen, wer du bist, wie du denkst und mit welcher Haltung du an das Praktikum herantrittst. Gleichzeitig kannst du prüfen, ob die Organisation zu dir passt – etwa durch die Atmosphäre im Team, den Umgang miteinander oder die Art der Aufgaben.

Eine kurze Vorbereitung hilft dabei, das Gespräch ruhig zu führen: Überlege dir, warum dich das Praktikum interessiert, was du lernen möchtest, welche Erfahrungen du bereits mitbringst und welche Stärken oder Herausforderungen dich beschreiben. Ebenso sinnvoll ist es, selbst Fragen zum Arbeitsalltag oder zur Betreuung im Praktikum vorzubereiten. Wichtig ist dabei weniger eine „perfekte“ Antwort als Authentizität und echtes Interesse. Nervosität gehört dazu und ist völlig normal – entscheidend ist, dass du offen, respektvoll und vorbereitet ins Gespräch gehst.

Nimm aus deinem Praktikum so viel mit, wie du kannst.
Wenn dein Praktikum beginnt, liegt der größte Wert dieser Zeit darin, möglichst viele Einblicke und Erfahrungen zu sammeln.

Beobachte zunächst aufmerksam die Abläufe im Betrieb: Wer arbeitet mit wem zusammen, wie werden Aufgaben verteilt und wie sieht ein typischer Arbeitstag aus? Stelle Fragen, wenn dir etwas unklar ist, und notiere dir wichtige Informationen – besonders in den ersten Tagen, in denen viele neue Eindrücke auf dich zukommen.

Versuche außerdem, aktiv Einblicke in unterschiedliche Tätigkeiten zu bekommen, und frage interessiert nach, wie bestimmte Aufgaben oder Entscheidungen zustande kommen.

Für neurodiverse Personen kann es hilfreich sein, Aufgaben schriftlich festzuhalten, größere Tätigkeiten in kleinere Schritte zu unterteilen und regelmäßig kurze Pausen einzuplanen, um Eindrücke zu verarbeiten.

Wichtig ist dabei vor allem eines: Ein Praktikum ist kein Leistungstest, sondern eine Lernphase. Je neugieriger, aufmerksamer und offener du diese Zeit nutzt, desto mehr kannst du aus dem Praktikum für deine berufliche Orientierung mitnehmen.

Reflektiere deine Praktika für dich selbst und zusammen mit anderen.
Reflektiere dein Praktikum regelmäßig – am besten mehrmals pro Woche. Nimm dir kurz Zeit und frage dich, welche Tätigkeiten dir gefallen haben, was dir Energie gegeben hat und was eher stressig oder schwierig war. Notiere dir diese Eindrücke stichpunktartig, zum Beispiel zu Aufgaben, zur Atmosphäre im Team oder zum Arbeitstempo.

Am Ende des Praktikums kannst du eine Gesamtbewertung vergeben, etwa in Form einer Schulnote oder mit Sternen.

Wichtig ist dabei: Auch wenn ein Praktikum nicht perfekt zu dir passt, ist das eine wertvolle Erkenntnis. Der Austausch mit anderen, die ebenfalls Praktika machen oder gemacht haben, kann zusätzlich helfen, deine Erfahrungen einzuordnen und klarer zu erkennen, welche Arbeitsumfelder und Tätigkeiten wirklich zu dir passen.